Selten so gespidert…

Am 19.4.2012 veröffentlichte ich die E-Mail-Adresse „kressehalten@mikenolte.de“ im Impressum dieser Website. Heute, am 1.12.2013, kam erstmals eine Spam-Mail auf dieser E-Mail-Adresse an. Dass dies über 19 Monate gedauert hat ist ein Indiz dafür, dass Webcrawler (auch Spider genannt) nicht mehr die erste Wahl für das Einsammeln von E-Mail-Adressen sind. Bis heute wird jedoch regelmäßig kolportiert, dass Webcrawler hauptsächlich für das Einsammeln des Löwenanteils von E-Mail-Adressen zum Zwecke der Spam-Verbreitung verantwortlich sind. Viel ergiebiger und somit auch viel wahrscheinlicher ist es, dass E-Mail-Adressen von PCs eingesammelt werden, die von Schadsoftware infiziert wurden. Spätestens in der E-Mail-Software und im Adressbuch eines jeden PCs sind gebündelt und leicht angreifbar mehr E-Mail-Adressen vorhanden, als in nahezu jeder Webseite. Die E-Mail Software und das Adressbuch eines Windows-PCs sind damit die logischeren Ziele für das einsammeln von E-Mail-Adressen und dieser Umstand dürfte jedem Spam-Versender durchaus bekannt sein.

Und wo wir gerade dabei sind Irrtümern über Spam entgegenzutreten: Auch der typische Spam-Versender selbst dürfte heutzutage nicht das aus Agentenfilmen bekannte Klischee des Superbösewichts erfüllen, der auf einer einsamen Südseeinsel in einer riesigen Höhle unter einem ausgehöhlten Vulkan wohnt, auf seiner privaten kathedraltauglichen Kirchenorgel tagein tagaus Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 spielt, nebenbei seine Katze krault und von seinem Superserver milliardenfach Spam versendet um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Stattdessen wird heutzutage Spam durch Netzwerke von mit Schadsoftware infizierten Windows-PCs versendet. Wenn man zum abgreifen von E-Mail-Adressen ohnehin schon den Windows-PC infiziert hat, dann kann man den infizierten PC auch gleich zum Versand von Spam benutzen. Auch das ist nur eine logische Konsequenz.